Training Emotionaler Kompetenzen (TEK)

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt: Training emotionaler Kompetenzen (TEK)

Defizite in Emotionsregulationsfertigkeiten als aufrechterhaltender Faktor bei Major Depression (TEK-Studie)
Alice Fischer, Michaela Kandl, Mareike Kirchner, Wolfgang Hiller, Winfried Rief, Matthias Berking

Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit zahlreicher psychotherapeutischer Behandlungen bei Major Depression sprechen immer noch bis zu 50% der Patienten nicht auf die Behandlung an, genesen häufig nicht vollständig von ihren Symptomen oder erleiden trotz zunächst vollständiger Genesung ein Rezidiv. Eine Vielzahl von Forschungsbefunden deutet darauf hin, dass Defizite in Emotionsregulationsstrategien eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Depression spielen. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass eine systematische Förderung emotionaler Kompetenzen die Effektivität und Effizienz aktuell verfügbarer Depressionstherapien steigern könnte. Da es bisher leider an prospektiven Studien fehlt, die dies nachweisen, soll in der vorliegenden Multi-Center-Studie mit den Studienzentren Mainz, Marburg und Kassel abgeklärt werden, ob a) Defizite in allgemeinen emotionalen Kompetenzen zur Aufrechterhaltung von Major Depression (MD) beitragen, b) die Förderung emotionaler Kompetenzen im Rahmen des Trainings emotionaler Kompetenzen (TEK; Berking, 2008) zur Reduktion der Schwere der Depressivitätbei MD beiträgt, und c) potentielle Effekte von a) und b) durch die Schwere der komorbid-psychopathologischen Symptombelastung moderiert werden. Um diese Ziele zu erreichen werden bei 150 Personen wechselseitige Beziehungen zwischen emotionalen Kompetenzen, der Depressivität sowie komorbid-psychopathologischer Symptombelastung in einer Längsschnittstudie untersucht und mit einer Vielzahl von Messungen erfasst. Eingebettet in das Längsschnittdesign soll die Effektivität des TEK auf die Depressivität im Rahmen einer randomisierten kontrollierten Studie evaluiert werden. Dazu werden die Probanden jeweils zufällig dem TEK, einer aktiven Kontrollgruppe oder einer Wartekontrollbedingung zugewiesen. Im Anschluss nehmen alle Patienten an einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Einzeltherapie teil. Potentielle Effekte der systematischen Förderung emotionaler Kompetenzen auf die depressive Symptomatik werden sowohl während des 8-wöchigen Zeitintervalls vor der Einzeltherapie (Stand-Alone-Effekte) als auch während der ersten vier Monate der Einzeltherapie (Augmentations-Effekte) erfasst. Am Studienstandort Mainz wurde im Juni 2011 mit der Erhebung begonnen. Erste Ergebnisse sind im Sommer 2012 zu erwarten.

Emotionsregulationsstrategien bei Major Depression – eine experimentelle Studie

Alice Fischer, Wolfgang Hiller, Matthias Berking

Eine Vielzahl von Forschungsbefunden deutet darauf hin, dass Defizite in der Emotionsregulation eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von depressiven Erkrankungen spielen. Die Wirksamkeit einzelner Emotionsregulationsstrategien sowie deren systematische Förderung zur Reduktion dysphorischer Stimmung bei Major Depression (MD) wurde bislang jedoch nur unzureichend untersucht. Vor diesem Hintergrund sollen in dieser Studie effektive Emotionsregulationsstrategien zur Reduktion dysphorischer Stimmung bei MD in einem Experiment identifiziert und in ihrer Wirksamkeit miteinander verglichen werden. Darüber hinaus sollen Prädiktoren für einen erfolgreichen Einsatz von Emotionsregulationsstrategien gefunden werden und die Effekte eines Trainings emotionaler Kompetenzen (TEK) auf die experimentell erfassten Fertigkeiten im Umgang mit dysphorischen Stimmungen erhoben werden. Hierzu werden 72 depressiven Probanden jeweils zufällig dem TEK, einer aktiven Kontrollgruppe oder einer Wartekontrollbedingung zugewiesen. Alle Probanden nehmen jeweils vor und nach der Gruppenphase an einem Experiment teil. In diesem Experiment werden nach der Induktion von dysphorischer Stimmung drei verschiedene Emotionsregulationsstrategien sowie eine Kontrollbedingung instruiert. Nach jeder Strategie wird die Stimmung der Probanden mittels visueller Analogskala, Hautleitwert und Mimik per Videoaufnahme erfasst. Zur Identifizierung der Prädiktoren für einen erfolgreichen Einsatz von Emotionsregulationsstrategien werden diverse Messinstrumente (z.B. zur Selbsteinschätzung emotionaler Kompetenzen) ausgegeben. Bisher wurden 12 Probanden in die Studie aufgenommen, erste Ergebnisse sind im Sommer 2012 zu erwarten.

Förderung positiver Emotionen bei Major Depression – eine experimentelle Studie)

Mareike Kirchner, Wolfgang Hiller, Matthias Berking

Ein Mangel an positivem Affekt gilt als ein zentrales Merkmal depressiver Erkrankungen. Bisher existieren jedoch noch keine experimentellen Studien im klinischen Bereich, die untersuchen, inwieweit ein konstruktiver Umgang mit positiven Emotionen bei depressiven Patienten zu einer Stärkung dieser Emotionen und einem Abbau negativer Emotionen führt. Ziel dieser Studie ist deshalb die experimentelle Evaluation einer Intervention zur Steigerung positiver Stimmung sowie die Erfassung der Effekte eines Trainings emotionaler Kompetenzen (TEK) auf die experimentell erfasste Fähigkeit zur Steigerung positiver Emotionen bei Patienten mit Major Depression (MD). Dazu werden 72 depressive Probanden jeweils zufällig dem TEK, einer aktiven Kontrollgruppe oder einer Wartekontrollbedingung zugewiesen. Alle Probanden nehmen jeweils vor und nach der Gruppenphase an einem Experiment teil. In diesem Experiment soll mittels Musik und positiven selbstbezogenen Aussagen positive Stimmung induziert werden. Im Anschluss wird eine Intervention zur Förderung positiver Stimmung sowie eine Kontrollbedingung instruiert und deren Effekte auf die Stimmung der Probanden mittels visueller Analogskala, Hautleitwert und Mimik per Videoaufnahme erfasst. Bisher wurden 12 Probanden in die Studie aufgenommen, erste Ergebnisse sind im Sommer 2012 zu erwarten.

Emotionsregulation und Haarcortisol bei Major Depression

Michaela Kandl, Wolfgang Hiller, Matthias Berking, Clemens Kirschbaum

Das Steroidhormon Cortisol wird in Folge von Stress-induzierter Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA) ausgeschüttet und gilt als Biomarker für das Stressniveau einer Person. Eine neue Methode zur Bestimmung der Cortisolkonzentration stellt die Messung von Cortisol im Haar dar, was die Möglichkeit bietet die Cortisolkonzentration retrospektiv über einen längeren Zeitraum zu erfassen, im Gegensatz zur üblichen Messung im Blut, Speichel oder Urin. In vielen Studien konnte bereits eine Dysfunktion der HPA-Achse bei depressiven Patienten nachgewiesen werden, die mit erhöhter Cortisolkonzentration im Speichel oder Blut einhergeht. Möglicherweise ist diese Dysfunktion der HPA-Achse verbunden mit Defiziten der Emotionsregulation bei Depressiven, da solche Defizite ebenfalls zu chronischem Stress führen können. In der vorliegenden Studie soll nun untersucht werden, ob die Cortisolkonzentration im Haar und somit das Stressniveau einen Prädiktor für die erfolgreiche Anwendung von Emotionsregulationsstrategien im experimentellen Setting (s.o.) darstellt. Desweiteren soll sowohl der Stand-Alone-Effekt des TEK auf das Stressniveau, als auch dessen Augmentationseffekt zur Einzeltherapie bezüglich des Stressniveaus untersucht werden. Dazu werden bei ca. 72 Probanden, die sowohl an den experimentellen Studien teilnehmen als auch einer der Bedingungen der TEK-Studie zugewiesen wurden, im Verlauf drei Haarproben entnommen. Die Analyse der Haarproben erfolgt am Institut für Biopsychologie der Universität Dresden, mit freundlicher Unterstützung von Prof. Dr. Clemens Kirschbaum. Bisher wurden 9 Probanden erste Haarproben entnommen, erste Ergebnisse sind im Sommer 2012 zu erwarten.