Psychoonkologie

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt: Psychoonkologie

Prozesse der Informationsverarbeitung und Emotionsregulation bei Personen mit einer Krebserkrankung in der Vergangenheit
Dipl.-Psych. Jennifer Rüter, Dr. Michael Witthöft, Prof. Dr. Wolfgang Hiller

Aus (kognitions-)psychologischer Perspektive stellt eine Krebserkrankung hohe Anforderungen an kognitiv-emotionale Informationsverarbeitungsprozesse. So gilt es zum einen für Krebspatienten, trotz der initial äußerst bedrohlichen Diagnose „Krebs“, komplexe Informationen, die sie während der Behandlung von den Ärzten erhalten, angemessen zu verarbeiten, um wichtige Entscheidungen in Bezug auf ihre Gesundheit treffen zu können. Zum anderen erfordert ein funktionaler Umgang mit der Erkrankung ein hohes Maß an Emotionsregulationsfähigkeiten, um trotz der Diagnose einer schweren Erkrankung psychosozial handlungsfähig zu bleiben.

Bislang existieren nur sehr wenige empirische Studien, die sich mit derartigen Informationsverarbeitungsprozessen bei Personen mit einer Krebserkrankung auseinander gesetzt haben. Die geplante Studie verfolgt daher das Ziel, Besonderheiten in der kognitiv-emotionalen Verarbeitung krankheitsrelevanter Informationen bei Personen mit einer Krebserkrankung mit Hilfe objektiver, experimenteller Verfahren zu untersuchen und Zusammenhänge dieser Maße mit dysfunktionalen Emotionsverarbeitungsstrategien, wie z.B. der Tendenz zu ruminativem Denken, zu prüfen.

Evaluation der Wirksamkeit einer verhaltenstherapeutisch orientierten Gruppentherapie für Patienten mit einer onkologischen Erkrankung
Carolin Mulot, Maria Kleinstäuber, Jennifer Rüter, Wolfgang Hiller

Onkologische Erkrankungen können verschiedene schwerwiegende psychosoziale Beeinträchtigungen nach sich ziehen. So sind Krebskranke mit einem möglichen letalen Ausgang ihrer Krankheit konfrontiert, haben ein langfristig bestehendes Rückfallrisiko und auf Grund stark belastender medizinischer Behandlungen (z.B. Chemotherapie) können eine Anzahl möglicher körperlicher Belastungen (z.B. Übelkeit) auftreten. Als Folgen dieser Belastungen treten wiederum viele psychische und soziale Belastungen auf. Hier sind vor allem Progredienz- und Rezidivangst, Körperbildveränderungen (z.B. Narben), Belastungen wichtiger Beziehungen sowie komorbid auftretende psychiatrische Erkrankungen zu nennen, welche zu starken Einbußen in der Lebensqualität führen können.

Zur Bewältigung dieser Belastungen wurde eine Vielzahl psychosozialer Interventionen entwickelt. Evaluiert werden soll die Wirksamkeit einer verhaltenstherapeutischen, an einem standardisierten Therapiemanual orientierten Gruppentherapie bezüglich der Lebensqualität der Patienten und verschiedener psychosozialer Variablen (z.B. Progredienzangst, Angst und Depression, Qualität unterstützender Beziehungen). Inhalte der Gruppentherapie sind z.B. Krankheitsverarbeitung, Strategien zur Verbesserung der sozialen Interaktionen, Stressmanagement, Strategien zur Verbesserung des Selbstwertgefühl und der Selbstakzeptanz.