Prämenstruelles Syndrom: Diagnostik, Ätiologie und Behandlung

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt: Prämenstruelles Syndrom

pre.femin - Prädiktoren der Symptombelastung im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms
Katarina Schmelzer, Maria Kleinstäuber, Wolfgang Hiller

Prämenstruelle Symptome wie Stimmungsschwankungen, Weinkrämpfe, Konzentrationsschwierigkeiten, Brustschwellungen oder Ödembildungen finden sich sehr häufig bei Frauen im gebärfähigen Alter und werden meist unter dem Begriff des sog. Prämenstruellen Syndroms (engl. premenstrual syndrome, PMS) subsumiert. Es handelt sich dabei um ein multiples Beschwerdemuster, welches in einer konsistenten und vorhersagbaren Beziehung zum Menstruationszyklus steht. Nach dem aktuellen Stand der Forschung werden zur Erklärung der Genese eines PMS vornehmlich biopsychosoziale Modelle vorgeschlagen, wonach die Symptome eines PMS weniger durch einen Faktor erklärt werden, sondern multifaktoriell durch ein Zusammenspiel genetischer, psychoendokrinologischer, biologischer und psychosozialer Faktoren bedingt sind. Es existieren nur vereinzelte Studien, die einen Zusammenhang zwischen psychologischen Variablen (z.B. erlebte Kindheitstraumata) und der Symptombelastung im Rahmen eines PMS untersuchen. Dementsprechend kann hier ein hoher Forschungsbedarf abgeleitet werden. Das vorliegende Projekt hat zum Ziel, zu untersuchen, inwieweit bestimmte psychologische Variablen wie beispielsweise erlebte Kindheitstraumata oder die Partnerschaftsqualität mit der erlebten Symptombelastung im Rahmen des Prämenstruellen Syndroms zusammenhängen. Zudem interessiert, welche Symptome als besonders belastend erlebt werden bzw. welche Symptome zu einem Leidensdruck und somit zu einer Behandlungserfordernis führen. Frauen, die an PMS leiden, füllen für die Dauer eines Zyklus ein sog. Symptomtagebuch aus. Zudem werden zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten im Zyklus verschiedene psychologische Variablen (z.B. erlebte Partnerschaftsqualität, Stressniveau) erhoben. Die Untersuchung soll einen Beitrag dazu leisten, Ansatzpunkte für ein störungsspezifisches psychotherapeutisches Therapieprogramm zu entwickeln.

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS): Gibt es Unterschiede in der Emotionsregulation im Vergleich zu gesunden Kontrollprobandinnen?
Lisa Eggert, Maria Kleinstäuber, Wolfgang Hiller

Inwieweit gehen Frauen mit PMS anders mit Gefühlen um? Das aktuelle Projekt untersucht anhand von experimentellen Paradigmen und Fragbögen, ob und inwiefern sich Frauen, die unter PMS leiden, von solchen ohne Beschwerden in dieser Hinsicht unterscheiden. Ziel ist ein besseres Verständnis der Symptomatik und damit eine fundierte Grundlage für die Entwicklung therapeutischer Ansätze zu erreichen. Nach einer ausführlichen Diagnosephase mittels Fragebögen und zweimonatigen PMS-Tagebüchern werden die Frauen der Experimental- oder der Kontrollgruppe zugeordnet. Anschließend erfolgen zu zwei Messzeitpunkten Erhebungen der Emotionsregulation: einmal in der lutealen Phase, in der PMS-Patientinnen unter Symptomen leiden, und einmal in der follikulären Phase, in der sie beschwerdefrei sein sollten. Ebenso wird bei der Erhebung der Daten der gesunden Kontrollprobandinnen vorgegangen, wobei bei diesen zu beiden Zeitpunkten Symptomfreiheit angenommen werden kann. Zum einen wird geprüft, inwieweit sich auf recht basaler experimentalpsychologischer Ebene Unterschiede in der Reaktion auf Stimuli unterschiedlicher Valenz zeigen (mittels Emotional Stroop Test, EST, und Affective Misattribution Procedure, AMP). Zusätzlich wird der Umgang mit Gefühlen anhand von Fragebögen im Selbstbericht erfasst.