Meta-Analysen zur Wirksamkeit von Psychotherapie

Aktuelle Projekte im Forschungsschwerpunkt: Meta-Analysen zur Wirksamkeit von Psychotherapie

Metaanalyse zur Wirksamkeit ambulanter Psychotherapie unter Routinebedingungen
Eva Hans, Wolfgang Hiller

Im Rahmen einer Promotion wird die Wirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie bei Angst- und depressiven Störungen unter Routinebedingungen mittels einer Metaanalyse untersucht. Falls Sie relevante Originalarbeiten kennen, die in diese Metaanalyse aufgenommen werden sollten, können Sie uns gerne Literaturhinweise oder Forschungsberichte in elektronischer oder gedruckter Form zukommen lassen. Von besonderem Interesse sind hierbei auch bislang unveröffentlichte Diplom-, Doktor- oder Forschungsarbeiten. Sie helfen uns damit, möglichst alle relevanten Studien zu integrieren und somit die Aussagekraft dieser Metaanalyse zu erhöhen. Weitere Informationen zur Metaanalyse finden Sie im Anschreiben.

Veröffentlichungen:

  • Hans, E., Kleinstäuber, M., & Hiller, W. (2010). Wirksamkeit ambulanter Angsttherapien unter Routinebedingungen – eine Metaanalyse. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 39(Suppl. 1), 13.

Metaanalyse zur Wirksamkeit von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie bei Prämenstruellem Syndrom

Maria Kleinstäuber, Michael Witthöft, Wolfgang Hiller

In Anlehnung an psychobiologische Modelle für prämenstruelle Beschwerden sollte Psychotherapie neben der Psychopharmakotherapie im Gesamtbehandlungsplan des prämenstruellen Syndroms (PMS) mehr Berücksichtigung finden. In der vorliegenden Metaanalyse wird daher die Effektivität psychotherapeutischer Interventionen und Psychopharmakotherapie für PMS untersucht. Im Rahmen einer mehrstufigen Literaturrecherche wurden kontrollierte Studien zur Wirksamkeit von Psychotherapie und Psychopharmakotherapie für erwachsene Patientinnen mit moderatem bis schwergradigem PMS entsprechend a priori definierten Einschlusskriterien ausgewählt. Die für die metaanalytischen Berechnungen notwendigen Daten wurden mit Hilfe eine standardisierten Kodierungsschemas extrahiert. Die Studienqualität wurde mit dem Jadad-Index bewertet. Die standardisierte, gewichtete Mittelwertsdifferenz (Random Effect Model) wurde als Effektstärkenindex genutzt. Die Effektstärken wurden hinsichtlich verschiedener Outcomes berechnet. In Abhängigkeit vom Ergebnismaß ergaben sich aus den eingeschlossenen 22 Studien kleine bis moderate Zwischengruppen-Effektstärken für die kognitiv-behavioralen Interventionen (d+ = 0.24 – d+ = 0.70) und für die serotonerg wirksamen Antidepressiva (d+ = 0.29 – d+ = 0.58) zur Postmessung. Katamnesuntersuchungen wurden nur in den Psychotherapiestudien durchgeführt, die Ergebnisse weisen auf stabile Effekte hin (d+ = 0.46 – d+ = 0.74). Hinweise auf einen Publikationsbias ergaben sich nicht. Zusammenfassend verdeutlichen die Ergebnisse, dass kognitiv-behaviorale Interventionen wie auch serotonerg wirksame Antidepressiva keine zufriedenstellenden Effekte zur Behandlung von PMS aufweisen. Im Rahmen der zukünftigen Forschung sollte ein Schwerpunkt auf die Untersuchung additiver Effekte einer Kombinationsbehandlung von PMS mit Psychopharmako- und Psychotherapie gelegt werden.

Veröffentlichungen:

  • Kleinstäuber, M., Witthöft, M., & Hiller, W. (2010). Psychotherapy versus psychopharmacotherapy for premenstrual syndrome: A meta-analysis. International Journal of Behavioral Medicine, 17(Suppl. 1), S111-S112.
  • Kleinstäuber, M., Witthöft, M., & Hiller, W. (2010). Wie effektiv ist Psychotherapie im Vergleich zu Psychopharmakotherapie in der Behandlung des Prämenstruellen Syndroms (PMS)? Eine Meta-Analyse. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, 39(Suppl. 1), 18.